06. September 2017 – Tag 6

Cime de la Bonette bei Nacht & Fahrt zur LGKS

Nachtfahrt auf die Cime de la Bonette

Genaugenommen noch Tag 5, aber das Video war noch nicht soweit bei Fertigstellung des gestrigen Beitrags. 🙂 Nachdem wir also an Tag 5 abends mit einer weiteren extrem leckeren Pizza im Campingplatz-Restaurant gestärkt hatten und die Dunkelheit hereingebrochen war, haben wir uns nochmal im offenen Cabrio auf den Weg auf die Cime de la Bonette gemacht zum Sterne schauen. Der Plan hat sich dann unterwegs geändert, denn der Mond schien helle 😀 … ein Tag vor Vollmond.

Von den Sternen war daher gar nicht soviel zu sehen, dafür war das, was dann zu sehen war, umso erstaunlicher: Das Mondlicht war so hell, dass wir spontan beschlossen haben, trotz der Dunkelheit nochmal auf die Cime zu steigen. Nichtmal die Taschenlampe musste zum Einsatz kommen. Ja, vielleicht etwas gefährlich, aber die Belohnung war umso größer.

Von oben betrachtet sah die umliegende Berglandschaft aus, als wäre alles mit einer dünnen Schneedecke bedeckt. Alle Konturen waren klar zu erkennen, aber das weiße Mondlicht lies alles in einem ominösen Grauschleier eingehüllt. Mehrere Versuche, die Szenerie in einem Foto festzuhalten, sind leider fehlgeschlagen, da entweder verwackelt oder zu farbig. Besonders imposant ist allerdings eine Hyperlapse-Aufnahme geworden, die vom Armaturenbrett aus über ca. 45 Minuten während wir auf der Cime waren, entstanden ist.

Danach ging es wieder hinab zum Campingplatz und gemütlich schlafen nach all der Aufregung. 🙂

Fahrt zur Ligurischen Grenzkammstraße

Nachdem das Zelt abgebaut und alle Sachen verstaut waren, haben wir uns auf die etwas längere Fahrt zur Ligurischen Grenzkammstraße gemacht. Dazu ging es erstmal wieder über den Col de la Bonette und weiter zu einigen alten ruinen von Bergbauernhäusern oder Militärstationen (so ganz ließ sich das nicht herausfinden bzw. feststellen.

Danach ging es größtenteils nur bergab auf gut ausgebauter Straße. Von 2700m auf ca. 500m. Die Route des Grandes Alpes verlässt diese Hauptstraße in Richtung Meer nochmal, um über den Col de Turini zu führen. Dieser ist bekannt für seine extrem kurvigen, aber recht zügig fahrbaren Kurven – Spaßlevel 150%. 🙂 Große Beliebtheit erhält er auch dadurch, dass er eine Etappe auf der Rallye de Monte Carlo darstellt. Entsprechend dessen haben wir auch versucht, die Südrampe zu bewältigen. 😀 😛

Nach dem Col de Turini ist die Route des Grandes Alpes quasi beendet, denn am Fuße trifft man auf Menton, welches am Meer liegt. Dort haben wir aber lediglich noch einmal den Tank gefüllt und uns auf italienischer Seite wieder auf den Weg in die Berge gemacht.

Monesi

Von Monesi aus sollte unsere morgige Expedition auf die Ligurische Grenzkammstraße starten, allerdings mussten wir trotz ausführlicher Recherche vor Beginn der Fahrt recht schnell in den Improvisations-Modus wechseln. Der angesteuerte Campingplatz war außer für Dauercamper geschlossen, der zweite aufgesuchte Campingplatz lag in einem Bergdorf ohne Netzabdeckung und ohne Rezeption (!?) und alles war sehr sehr verlassen. 🙁

Von daher haben wir beschlossen, den Beginn der LGKS zu suchen, um zu eruieren, ob sich eine Nacht in der Region überhaupt lohnt. Am Ende der Strecke nach Monesi haben wir erkannt, warum alles so ruhig war: Monesi wurde anscheinend Ende letzten Jahres von einem Erdrutsch heimgesucht, welcher Teile des Dorfes sowie der Zufahrtsstraße zerstört hat. Das Dorf war komplett verlassen und weiträumig abgesperrt.

Somit schien uns klar, dass wir zur LGKS eine alternative Anfahrt suchen müssen. Da es aber schon recht spät war, haben wir den Versuch abgebrochen und uns in einem der wenigen noch beleuchteten Häusern, welches als Hotel erkennbar war, niedergelassen, um am nächsten Tag in Ruhe weiterzumachen.

Das Hotel war sehr altmodisch, irgendwie creepy und man merkte, dass der Empfangsherr zwar sehr freundlich, aber auch etwas überrascht war, noch Gäste zu bekommen. Wie sich herausstellte, sind wir die einzigen Gäste und haben Zimmer Nr. 13 bekommen! 😀 *wuuuuuuuh*

Das Hotel ist aber durchaus einen Stopp wert und gefühlt auch eine der besseren Unterkünfte in der näheren Umgebung. 🙂

Bis hoffentlich „morgen“, falls wir alle Kettensägenangreifer abwehren konnten. 😛

Christoph 🙂