17. April 2018

Von Srebrenica nach Beograd

Mangels eingeschränkter Netzverfügbarkeit und wenig Datenvolumen nun etwas verspätet der nächste Beitrag. 🙂

Als wir im Motel Milici aufgewacht sind und zum ersten Mal aus dem Fenster sahen, gab es eine böse Überraschung. Denn das Rauschen des Flusses hat den strömenden Regen übertönt! Von daher war die Laune etwas getrübt. Aber schon da dachte ich, das ist irgendwie fast ein Omen und „passt“ zu dem, was heut auf dem Programm steht: Die Gedenkstätte zum Massaker von Srebrenica.

Gedenkstätte für den Genozid von Srebrenica

Wer sich darüber informieren möchte, dem empfehle ich den entsprechenden Wikipedia-Artikel. Möchte das jetzt hier nicht alles abschreiben oder gar anmaßen das korrekt zusammenzufassen, daher: Wer es wissen will, möge den Link benutzen. 🙂

Als wir dort waren, hat es immer noch wie aus Eimern gegossen, was die gesamte Szenerie noch bedrückender machte. Ich habe plötzlich festgestellt wie still ich selbst und auch meine Gedanken geworden sind. Der Anblick von über 8.000 einzelner Säulen, die jede für ein Opfer steht, macht das ganze viel „greifbarer“ als es jede Gedenktafel es könnte. Bei dem Areal handelt es sich um Gedenkstätte und Friedhof gleichermaßen.

Srebrenica Srebrenica Srebrenica Srebrenica

Kadinjača Memorial Complex

Nachdem wir Srebrenica verlassen hatten, ging es zu dem genannten Örtchen. Vorher jedoch mussten wir durch eine Grenzkontrolle. Und die hatte es diesmal in sich: Komplettkontrolle! Also Auto in einem markierten Viereck abstellen, alles öffnen und dann in einen „Untersuchungsraum“ folgen. Dort Körperabtastung, danach alles aus dem Auto einmal raus, einzeln untersucht und dann wieder rein. Besonderen Anlass gab es laut den Beamten nicht, außer, dass man generell auf der Suche nach Drogenschmugglern ist, die gerne mal die Nebenrouten nehmen. Aber immerhin waren die Beamten recht freundlich.

Doch nun zurück zum eigentlichen Inhalt des Kapitels. Hintergrund dieses skurrilen Parks: Während der Zeit Jugoslawiens wurden an vielen Stellen im Land wuchtige, pompöse und propagandistisch anmutende Mahnmale errichtet. In diesem Fall sollte es – wie das Partisanko Groblje in Mostar das wir besucht hatten – an die gefallenen Partisanen erinnern, die sich im 2. WK gegen die deutschen Invasoren zur Wehr gesetzt hatten.

Heute wirkt das Ganze wie Artefakte aus einer anderen Welt. Wobei im Gegensatz zu Mostar der Park offensichtlich noch gepflegt wurde und nicht verwildert ist.

KadinjačaKadinjača Kadinjača

Stjepan Filipović Monument

Auch dieses Monument auf unserer Route nach Belgrad hat dieselbe Motivation und stellt einen Helden der beschriebenen Zeit dar.

Stjepan Filipović

Die restliche Fahrt nach Beldgrad verlief verhältnismäßig unspektakulär. Unser Hotel war ein kleiner Glücksgriff: 2 Zimmer für insgesamt 90€ bei 4 Sternen und kostenlosen Zutritt zum angrenzenden Freizeitbad, das ab 22Uhr bis 3Uhr sogar für Hotelgäste noch zugänglich war.

Dann mal bis „morgen“.

Viele Grüße, Christoph 🙂

Die nächsten Tage folgen auch noch. 🙂